Der Franzose Henri Matisse zählt zu den wichtigsten Erneuerern der europäischen Malerei während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach impressionistischen Anfängen wurde er in 1905 zu einem der Mitbegründer des Fauvismus. Mit der Zeit entwickelte er einen ganz persönlichen Stil, gekennzeichnet durch eine vereinfachte, dekorative Form und die reinen, intensiven, kontrastreich gegeneinander gesetzten Farben. Die Arbeiten von Matisse reichen von Landschaften, Stillleben über Porträts bis hin zu Innenräumen; doch sein Hauptaugenmerk lag stets auf der weiblichen Figur.

"Nu au Bracelet" (dt.: Akt mit Armreif), um 1938/40, Linolschnitt auf Büttenpapier. Motiv: 24.2 x 17.6 cm, m. Museumsglas gerahmt: 60 x 50 cm. Abzug von der späteren unsignierten und unnummerierten Edition herausgegeben von Chalcographie du Louvre (Prägesiegel unter dem Motiv) außerhalb der Auflage 1-50 + 10 E.A. auf Arches. WVZ: D.-M. Nr. 725.

Henri Matisse bediente sich  unterschiedlicher druckgrafischer Techniken, um dieses Medium bis zum Äußersten zu erforschen. Von dem Verfahren des Linolschnitts, bei dem das Motiv aus einem Stück Linoleum, das auf einem Holzblock befestigt war, herausgeschnitzt wurde, war Matisse besonders angetan. Diese Technik ermöglichte es ihm, ganz leicht kurvenförmige und geometrische Formen zu erstellen.

In der vereinfachten Formsprache von "Nu au Bracelet", deren kurvige Linien nach einer Idealform streben, lassen sich bereits Matisses spätere Kompositionen der 1940er und frühen 1950er Jahre erahnen, in denen er gleichzeitig Form und Raum durch skulptural anmutende üppige Silhouetten abbildete.




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