Der 1945 in Lüdenscheid geborene Hans Gert Winter hat in Berlin Grafikdesign, Kunstpädagogik und Politologie studiert. An der Hochschule der Künste war er Meisterschüler, anschließend hatte er von 1971 bis 1991 einen Lehrauftrag für Semiotik - der Wissenschaft von den Zeichensystemen. Bis 2008 arbeitete Winter als Kunstpädagoge am Berliner Georg-Büchner-Gymnasium. Heute ist er freischaffend tätig; neben Aquarellen machen auch Feder- und Bleistiftzeichnungen sowie verschiedene fotografische Projekte sein Kunstschaffen aus.

Der Reiz der Aquarellmalerei, die zu den ältesten Maltechniken zählt, liegt in ihrer Unmittelbarkeit und der Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten. Das Medium erlaubt sowohl eine feine Ausarbeitung der Farbflächen als auch die typische Unschärfe lasierender Farbverläufe. Dem Zufall genügend Raum zu lassen und dabei das richtige Maß zu finden - das ist die große Herausforderung, die vom Künstler viel Kunstfertigkeit und Geduld verlangt.

Der Berliner Maler Hans Gert Winter versteht es hervorragend, seine Aquarellstriche äußerst fein und klar zu zeichnen, so dass seine Arbeiten auf den ersten Blick wie Fotografie erscheinen. Erst beim Herantreten gibt sich das typische aquarellhaft Verwischte in den Details  zu erkennen und erklärt die besondere Sanftheit, die Winters Motiven innewohnt. Ob Waldstück oder Stadtlandschaft – die alltägliche Realität liefert Winter zahlreiche Inspirationen für eine malerische Umsetzung. Dabei interessieren ihn vor allem die ästhetische Merkmale der Gegenstände - Farbigkeit, Materialstruktur und merkwürdige Kontexte, die sich in der Wasserzeichnung besonders zart visualisiert lassen. Mit den ungewöhnlich großen Formaten seiner Arbeiten setzt Winter ein zusätzliches Ausrufezeichen und präsentiert das Medium Aquarell in einem frischen Licht.

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