(1904, Figueras, Spanien - 1989, Figueras, Spanien)
Der Surrealist Salvador Dali war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Klassischen Moderne. Neben seinem malerischen und grafischen Schaffen umfasste sein Oeuvre auch Skulptur, Werbung, Mode und das Filmemachen. Die Erforschung des Unbewussten war für Vertreter des Surrealismus ein zentrales Anliegen. Zerfall, Tod und Erotik prägen Dalis Werk und spiegeln damit die psychoanalytischen Theorien seiner Zeit.

 

1 - "Der Aprikosenritter" aus "FlorDali"-Portfolio, 1969. Farblithografie, Kaltnadelradierung und Prägung auf Auvergne-Papier. Bildmaße: 57 x 37 cm, m. Museumsglas gerahmt: 95 x 75 cm. Handsigniert u. nummeriert in Bleistift. Auflage 45/150 (römisch nummeriert Aufl. I-CL auf Auvergne; daneben gibt es je 35 Suiten auf Rives-Bütten (1-35) und Japanpapier ( I-XXXV), 200 Exemplare auf Rives (1-200) und E.A.-Abzüge. Wasserzeichen: rechte obere Blattecke. WVZ: Michler/Löpsinger, Nr. 347.

Viertes Blatt aus dem 12-teiligen Portfolio "FlorDali - Les Fruits" nach Dalis Gouachen. Im Auftrag des Schweizer Publizisten Jean Schneider begann Dali 1969 mit einer Serie von fantasievollen und manchmal erotischen Darstellungen von vermenschlichten Obstarten wie Aprikosen, Birnen, Pflaumen, etc., orientiert an botanischen Illustrationen aus dem 19. Jahrhundert. Hierbei führt Dali zwei unterschiedliche druckgrafische Techniken virtuos zusammen: Die als Lithografie ausgeführten Früchte kontrastieren mit den darunter platzierten Kaltnadelradierungen von kämpferischen Gestalten. "Der Aprikosenritter" ist eine besonders lebendige Darstellung innerhalb der Serie.

 

2 - "Argus" aus "Mythologie"-Suite, 1963, Radierung u. Heliogravüre auf Arches Büttenpapier. Bildmaße: 39 x 49,2, m. Museumsglas gerahmt: 77 x 100 cm. Handsigniert u. nummeriert in Bleistift. Auflage: 3/170 (Neben 150 + XX Exemplaren auf Arches gibt es eine kolorierte 50er Aufl. auf Japanpapier). WVZ: Michler/Löpsinger 116.

Erstes Blatt aus 16-teiligem Mappenwerk „Mythologie“ (1963-65), das antike Sagen zum Thema hat. In diesem Blatt interpretiert Dali Ovids Geschichte vom hundertäugigen Riesen Argos, der auf Geheiß der Göttin Hera die Geliebte ihres Gatten Zeus‘ bewachen sollte. Nachdem Zeus den Götterboten Hermes veranlasste, Heras Diener zu töten, versetzte sie seine Hundert Augen in das Federkleid des Pfaus, ihres Symboltiers. Dali rückt das traurige Ende des geköpften Argos an den unteren Bildrand und legt den Hauptakzent vielmehr auf die wundersame Metamorphose des Helden.

 

3 - "Elias mit dem Feuerwagen", 1975. Farbradierung, Schablonen-koloriert, auf Japanpapier. Bildmaße: 40 x 56 cm, m. Museumsglas gerahmt: 80 x 100 cm. Handsigniert u. nummeriert in Bleistift. Auflage: 111/250. WVZ: Michler/Löpsinger 758a, 0.900.

Blatt aus der 1975 geschaffenen Suite „Our Historical Herritage“ (dt.: „Unser historisches Erbe“) mit Darstellungen biblischer Figuren, darunter auch der des Propheten Elias. Nach dem Alten Testament hatte Elias König Ahab eine lange Dürreperiode prophezeit, die drei Jahre andauern würde, als Strafe für dessen tyrannische Herrschaft. Als die Hungersnot eintrat, ließ Ahab Elias verfolgen um ihn hinzurichten. Der biblischen Erzählung zufolge wurde Elias als einziger Prophet lebend in den Himmel aufgenommen. Dali stellt Elias auf dem Weg ins göttliche Reich dar. Sein Aufstieg ist so furios, dass sein Ross in Flammen steht.

 

4 - "Der Große Platz des Vosges zur Zeit Louis XIII", 1958, Heliogravüre auf Rives Büttenpapier. Bildmaße: 44,3 x 59,5 cm, m. Museumsglas gerahmt: 80 x 100 cm. Signatur u. Datum in Stein, handsigniert in Bleistift, E.A.-Abzug außerhalb der signierten 125er Auflage auf Richard-de-Bas und einer röm. nummerierten 25er Auflage. WVZ: Michler/Löpsinger 63.

Der im Paris des 17. Jh. errichtete königliche Platz war bis zur Revolution eine der Schaubühnen der Pariser Aristokratie. Von diesem Juwel der historischen Baukultur fasziniert, legte Dali Wert darauf, den Platz bildlich in die Zeit Ludwig des XIII zurückzuversetzen, als noch dessen imposantes Reiterstandbild das Erscheinungsbild dominierte. Angesichts dieser monumentalen Kulisse architektonischer Pracht werden die Menschen - Reiter, Fechter, Leibgardisten – zu bloßen Randpunkten reduziert.

 

5 - "Damen der Renaissance" aus Suite „Mythologique Nouvelle“, 1971. Kaltnadelradierung, Schablonen-koloriert, auf Japan nacre. Bildmaße: 39 x 57,6 cm, m. Museumsglas gerahmt: 70 x 90 cm. Handsigniert in Bleistift, E.A.-Abzug außerhalb der Gesamtauflage von 150. WVZ: Michler/Löpsinger Nr. 482.

Mit Kunstwerken großer Meister des 16. und 17. Jahrhunderts zu experimentieren gehörte zu den künstlerischen Leidenschaften der Künstler der Moderne. Blatt 2 von Dalis 12-teiligen Suite „Mythologique Nouvelle“ greift das berühmte Doppelportrait von Gabrielle d’Estrées und Duchesse de Villars im Bad, geschaffen 1595 von einem unbekannten Künstler der Schule von Fontainebleau, auf. Dali karikiert die Theatralik des Originals, indem er die beiden Damen nun auf einer Art Bühne platziert und ihre Pose noch aufreizender wirken lässt. Zugleich verdeckt er ihre Gesichter durch Rosen. Mit dieser plötzlichen Anonymisierung der Dargestellten verwandelt er das bekannte Porträt augenzwinkernd in ein voyeuristisches Motiv.

 

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