(1893, Barcelona, Spanien - 1983, Palma De Mallorca, Spanien)
Das Werk Joan Miró besticht in den bildnerischen Erfindungen. Sein besonderer Stil entwickelte sich, nachdem er 1919 nach Paris gezogen war und mit dem Kreis der Surrealisten in Kontakt kam. Davon inspiriert, entwickelte er eine auf Linien, Striche, Punkte und sternenförmige Zeichen reduzierte Formenwelt.

1 - „42 Rue Blomet“, 1977, Farblithografie auf Vélin von Arches. Blattmaße: 90 x 63 cm, m. Museumsglass gerahmt: 112 x 87,5 cm. Auflage: 27/100, handsigniert und nummeriert in Bleistift. WFZ: Cramer M 1123.

Diese Grafik ist eine Erinnerung Mirós an seine prägenden Pariser Jahre. Ende 1920 hatte Miró als Nachbar von André Masson ein kärgliches Atelier in der Rue Blomet (15. Arrandissement) bezogen. Nur drei Häuser weiter lag eine kleine Kneipe, fernab vom lauten Künstlerviertel von Mont Parnasse. In diesem kleinen Restaurant, das Mirós eigenem zurückhaltenden Naturell entsprach, war der Künstler Dauergast. Die abstrakte Komposition aus flächigen Formen, Zeichen und Farben beinhaltet viele von Miró wiederkehrenden Motiven – das Auge, den Halbmond, die Vogelsilhouette – die jedoch weniger zweckgebunden, als vielmehr symbolisch eingesetzt werden. Die weiße Feder links oben liest sich als ein Verweis auf die Schriftsteller Ernest Hemingway und Henry Miller, denen Miró dort oft begegnete.

 

2 - Motiv aus „Joan Miró - Der Lithograph II“, 1975. Farblithografie auf Vélin von Arches. Blattmaße: 44,5 x 37 cm, m. Museumsglass gerahmt: 65 x 60 cm. Auflage: 77/80, handsigniert u. nummeriert in Bleistift. WVZ: Cramer M1048.

1975 wurde bei Mourlot, Paris, der 2. Band des Werkverzeichnisses „Joan Miró - Der Lithograph II“ gedruckt. Miró schuf eigens dafür eine Serie von 14 unbetitelten Lithografien. Außerdem wurden von den Motiven (ausgenommen des Umschlagmotivs) 80 Suiten mit handsignierten und römisch nummerierten Blättern auf Arches-Papier gedruckt, die ursprünglich in Mappen präsentiert wurden. Aus einer solchen Mappe stammt das vorliegende Blatt (Motiv Platte Nr. 13). Diese Lithografie begeistert durch ein spannendes Spiel aus Farbflächen, die sich von einer kreideartigen Zeichenstruktur abheben. Doch was sonst nur ein buntes geometrisches Konstrukt geblieben wäre, verwandelt Miró durch ein leuchtend rotes Auge in ein vogelartiges Wesen.

 

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