Der Dresdner Maler, Grafiker und Bildhauer Ralf Winkler alias A.R. Penck zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern Deutschlands und feierte mit seinen Systembildern in den 1980/90ern in ganz Europa Erfolge.

Winkler verfolgte seine Idee von der Unmittelbarkeit und Klarheit von Form und Handschrift ohne überkommene Motivik. Seine Kunst sollte nicht Äußerliches darstellen, sondern allgemeine Strukturen. So entstand in den 1960ern seine einzigartige Formen- und Zeichensprache, wo  Strichmännchenfiguren immer wieder in ein System aus Chiffren, Hieroglyphen und Kürzel hineingesetzt werden. Nach der Übersiedelung in den Westen in 1980 fand Winkler frische Impulse: Seine Bildformate wurden größer und die Figuren- und Zeichensysteme komplexer. Mit der Buntheit des Westens erhielt  auch Farbe stärker Einzug in die Bilder. Vor allem in fein komponierten Drucken entfaltet diese expressivere Farbigkeit dank grafischer Präzision große Wirkung.

 

1 - "Jäger", 1990, Farbiger Holzschnitt. Bildmaße: 75 x 56 cm, gerahmt: 110 x 80. Handsigniert u. nummeriert in Bleistift. Auflage: 27/30.

Für den Holzschnitt Jäger arbeitet Penck gewissermaßen aus dem Dunklen heraus. Auf einem schwarzen Untergrund leuchten in rot-weiß-blauer Farbgebung Umrisse auf, deren Außenlinien nicht klar definiert sind. Das Bild erzeugt eine gewisse Beklemmung. Wie durch das Bild verdunkelndes Blattwerk nimmt man eine Gestalt mit hochgerissenen Armen wahr. Die umliegenden Formen vermitteln Hast, Aufgewühltheit. Fast verkehren sich die blauen und roten Farbakzente zu einem umgekehrten Tarnmuster, das wie ein greller Aufschrei wirkt.

 

2 - "Dani und die Kinder", 1984, Kaltnadelradierung. Bildmaße: 64,4 x 93,5 cm, gerahmt: 77 x 106 cm. Handsigniert u. nummeriert. Auflage 1/10.

 

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