WAYNE QUILLIAM Drucken E-Mail

Wayne Quilliam – Fotografien


Wayne Quilliam ist einer der prominentesten Aborigine-Fotografen des australischen Kontinents und hat seine Werke bereits in mehr als 100 Einzel- und Gruppenausstellungen in Australien, Europa, Asien und den USA gezeigt.

Er wurde 1963 in Tasmanien, geboren. 1979 verließ er die kleine Insel, um der Kriegsmarine beizutreten und die Welt zu entdecken. Wenn er nicht gerade die weltentrückten Flecken Australiens aufsucht oder mit seinen Bildern um den Globus reist, lebt und arbeitet Quilliam in Melbourne. Dort erfindet er neue Ausdrucksformen und Dimensionen in der Photographie seiner Kultur und antizipiert damit eine rasche Entwicklung der zeitgenössischen indigenen Kunst.

Seine Inspirationsquelle sind die traditionellen Geschichten und Sagen der Aborigine-Kultur, was sich in der Intensität und dem mysteriösen Charakter seiner Arbeiten, widerspiegelt. Er selbst erklärt: „Um meine Arbeiten zu interpretieren, muss man die Verbindung zwischen Mythos und Realität demystifizieren. Ich interessiere mich für den Prozess des Verhüllens und Entblößens des Menschlichen in der Natur. Ich suche nach Tiefe, Bedeutung und vielleicht sogar der Offenbarung, dass wir die Vision eines „Schöpfers“ sind.“

Quilliams Welt und die ihr eigene Ikonografie ist durch deutliche spirituelle Metaphern bestimmt. Sie beschreibt die Schöpfung aus der Sicht der Natur. Er füllt seine Photographien mit der Essenz des Lebens und der Spiritualität, indem er die Abbilder der Natur nachträglich bearbeitet, verändert und verfremdet.
Nur auf den ersten Blick sind seine Bilder das, was sie zu sein scheinen: Köpfe, Figuren, Landschaften oder Tänze. In einer zweiten Sinnschicht folgen sie der sehr alten Bildsprache einer Kultur, welche die Schrift nie gekannt hat und die urtümliche Geschichten erzählt. Die Bilder dieser Kultur berichten stattdessen in Zeichen und Symbolen immer wieder über die Verbindung von Mensch und Tier, von Landschaft und Figur, von Gestein und organischem Leben; sie messen Räume aus und halten Geschichten für Generationen fest. So macht auch der Fotograf Quilliam Schöpfung und Geschichte immer wieder zum Thema seiner Bilder.
Wayne Quilliam analysiert und entschlüsselt die Formen des weiblichen Körpers ebenso, wie die der Landschaften, um sie anschließend zu etwas Neuem, Umfassenden verschmelzen zu lassen. Durch die Dekonstruktion des Mythos der Verletzlichkeit und der Blöße verführt er das Unterbewusstsein, um das Versteckte herauszuheben.

Breiten Raum nimmt in der Arbeit des Fotografen die Übersetzung von bewegten Tanzszenen in grafische Formen ein. Der Tanz der Aborigines ist eine Kunst der ständigen Verbindung von Mensch und Natur in Zeit, Ton und Raum. Die Erde legt sich auf die Körper und die Körper bringen die Erde zum Zittern, im Staub der Wüste verwischen sich menschliche Figuren, welche sich zugleich Tierformen anverwandeln, mit Erdwolken, Sand und Dunst. So wie in der Bemalung der Körper sich Erde, Wasser, Kalk und Sand mit Haut, Haar und Schweiß mischen, so verbinden sich in vielen Bildern Körper und Figuren mit Land, Fels und Boden.

 

 

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