Singing the Milky Way Singing the Milky Way folgt dem 90 Jahre alten australischen Aboriginal und international anerkannten Künstler Paddy Sims Japaljarri auf einer emotionalen Reise in den Busch zu den Wurzeln des Jagens und Sammelns, zu den spirituellen Quellen seiner künstlerischen Inspiration. Mit von der Partie sind seine Künstlerkollegen, seine Familie und Freunde. Unter den beeindruckenden Felsformationen von Paddys heiligen Stätten führen die Künstler Lieder und Tänze auf, die ihre ureigene Verbindung zum Land und den natürlichen Zyklen illustrieren, was eine Flut von Erinnerungen vom Leben im Busch hervorruft, aber auch daran, wie sie es verloren haben. | | | Der Film versetzt sich in die Sprache der Aboriginies und wechselt nahtlos zwischen der Zeit, bevor die Weißen kamen, der Zeit mystischer Vergangenheit und der Gegenwart. Paddy berichtet von seinem ersten Kontakt mit Missionaren, die ihn mit dem Versprechen auf Nahrung und Kleidung in den 1930er Jahren für das Missionsleben geködert hatten und ihn Gräben ausheben und Zäune bauen ließen. Er erzählt von seiner Beteiligung an dem grandiosen Yuendumu School Doors-Projekt, das einerseits die Initialzündung für die zeitgenössische Malbewegung war und andererseits das Ausdrucksvermögens der Dreamings unter Beweis stellte, um auf neuen Wegen das kulturelle Überleben zu sichern. Paddy spricht ebenfalls von seiner Reise nach Paris, wo er für die Ausstellung des Jahres 1989 im Centre Pompidou eine zeremoniell gestaltete Bodeninstallation einrichtete, „les Magiciens de la Terre“. Singing the Milky Way untersucht das Verhältnis von moderner Kunst und überlieferten Dreamings. Während des Ausfluges von Paddy Sims und dessen Begleitern durch die Sandberge, Salzebenen und majestätischen Felsformationen seines angestammten Landes, begann der Künstler mit der Arbeit an einem epischen Bild, dem „Milky Way Dreaming“. Immer mehr entlockten Fotografen und Dokumentarfilmer Paddy von seiner bemerkenswerten Lebensgeschichte. Doch am Ende des Ausfluges, gerade bei der Aufführung von Liedern aus den Dreamings, begann seine Stimme zu zittern. Als er sich an seine verschwundenen Japaljarri-Brüder erinnerte, mit denen er einst auf der Jagd diese wundervolle Landschaft durchquerte, brach er in Tränen aus. Paddy Japaljarri Sims’ Leben und das großartige, vor den Kameras fertig gestellte Bild “Yiwarra, Milky Way Dreaming”, zeigt die Welt, wie sie von den Ältesten der Aborigines gesehen wird – durch die Brille der Dreamings. Für diese Künstler ist ein Leinwandgemälde nicht bloß ein Objekt von ästhetischer Schönheit, sondern ein kulturelles Dokument, das weit mehr aussagt: es ist eine rituelle Schablone, eine Landkarte, eine Urkunde, eine Erklärung der Landrechte, eine Aufzeichnung von Lebenswegen, ein Mittel um die Vergangenheit lebendig zu erhalten und zugleich ein neues Mittel für das Weiterreichen alter Traditionen an künftige Generationen.
Singing the Milky Way nimmt die Zuschauer mit auf einen epischen Ausflug in den Busch, untersucht die den Malereien zugrundeliegende Weltsicht der Aborigines und beleuchtet den Kampf, den diese letzte im Busch aufgewachsene Generation führt, um ihre kulturelle Überlieferung lebendig zu erhalten. |
| Paddy Sims Japaljarri *ca. 1917 Region: Yuendumu Paddy Sims Japaljarri wurde um 1917 in Kunajarrayi (Mount Nicker) westlich von Yuendumu (Northern Territory) geboren. Er ist einer der herausragendsten Künstler und eine einflussreiche Person der Yuendumu Kunstbewegung. Als junger Mann lebte er westlich von Yuendumu. Damals gab es keine Kleider und der Stamm der Walpiri trug selbstgefertigte hair string belts. Als junger Mann sägte Paddy Japaljarri Mulga-Bäume, um Bau- und Brennmaterial zu erhalten. Er war auch als Gärtner und stockman (Landarbeiter) in der Region Yuendumu beschäftigt. Er baute beispielsweise Wassermelonen, Gurken, Karotten und andere Gemüsesorten an. In der Four Mile Bore züchtete er Hühner, Schweine, Enten und andere Tiere.
Sein ganzes Leben ernährte er sich durch die tägliche Jagd auf Warane, Kängurus, Emus und andere Tiere. Paddy hat dieses Wissen an viele junge Männer weitergegeben. An der Schule von Yuendumu lehrte Paddy verschiedene Fächer: Dreaming, Malerei, Jagd, traditioneller Tanz, Buschessen. Er nahm als Führer auch an Exkursionen ins Outback teil. Paddy malt seit langer Zeit für Warlukurlangu. Er ist mit Bessie Nakamarra Sims verheiratet, mit der er gelegentlich an größeren Werken zusammenarbeitet. Als Langzeitmitglied der Warlukurlangu Artists befürwortet er die Arbeit der Gruppe und ermuntert seine Kinder und Enkelkinder, sich dieser Künstlergruppe anzuschließen.
Er ist berühmt für seine Beteiligung am Yuendumu Doors-Gemälde aus dem Jahr 1983. Seit 1985 malt Paddy nur noch auf Leinwand. Er arbeitete an acht der großen, gemeinschaftlichen Gemälde mit, die von den Warlukurlangu Artists für Museen und private Sammlungen geschaffen wurden. 1989 wurde Paddy Japaljarri mit wenigen anderen Walpiri-Künstlern ausgewählt, um eine große Bodeninstallation für die Ausstellung Magiciens de la Terre (Zauberer der Erde) in Paris zu entwerfen.
Im Jahr 2000 schuf Paddy Stewart in Zusammenarbeit mit Paddy Sims Japaljarri unter der Leitung von Basil Hall von der Northern Territory University 30 Kupferstiche nach dem Original Yuendumu Doors-Gemälde. Nach dem ersten Druck wurden die Blätter zusammen mit den originalen Yuendumu Doors in Alice Springs ausgestellt. Im Jahr 2001 wurden die Stiche als komplette Mappe mit großem Zuspruch auf den Markt gebracht. Die Mappe gewann in Telstra den 16. National Aboriginal and Torres Strait Islander Art Award. Paddy hat einen eigenen Stil und malt eine Reihe von Dreamings, die mit seinem Land zusammenhängen: Witi (zeremonieller Ort), Yanjirlypiri (Stern), Yiwarra (Milchstraße), Munga (Nacht), Jungunypa (Mausart), Mala (Wallabyart), Wakulyarri (Wallabyart), Warlu (Feuer), Wanakiji (Buschtomate), Ngalyipi (Schlangenart) und Jurlpu (Vogelart). Seit 1985 hat Paddy an über 80 Gruppenausstellungen mit bemerkenswertem Erfolg und weltweiter Anerkennung teilgenommen. Wayne Quilliam --->
| |
|